Unsere Chronik

Wie alles begann…

 

1863 → 1900 → 1920 → 1940 → 1960 → 1980 → 1990 → 2000 → 2010 → 2013 →   


 

Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass die Menschen, die im Bergland wohnen, eine starke Begabung und ein gesundes Empfinden für die Volksmusik besitzen. Dies trifft in besonderem Maße für den Schwarzwälder zu, früher und auch heute noch. Die Abgeschiedenheit mancher Dörfer, die langen Winterabende; sie lassen die Menschen leichter zueinander finden zu geselligem Musizieren.

So darf es auch nicht Wunder nehmen, dass auch in Grafenhausen sich  frühzeitig Musikbegeisterte zusammenfanden mit dem Ziel, die Volksmusik zu pflegen. Was lag näher, als aus diesem Zusammenfinden einen Verein entstehen zu lassen, wie es in Grafenhausen im Jahre 1863 erstmalig geschah.

 

Acht Gründungsmitglieder sind überliefert, und zwar...

Richard Stiegeler                      Adolf Stritt

Friedrich Stiegeler                    Johann Wachter

Karl Schneider                         Konstantin Meyer

Berthold Schupp                      Johann  Bader

 

Musikverein Grafenhausen im Gründungsjahr 1863

Der erste Dirigent des neugegründeten Vereins war der an der Schule in Grafenhausen tätige Lehrer Rieder. Neue Mitglieder stießen zum Verein, der in den 70er Jahren bereits eine stattliche Anzahl von 19 aktiven Musikern verzeichnen konnte, eine gewiss stolze Bilanz für den jungen Verein.

Nach dem Wegzug des Lehrers Rieder aus Grafenhausen im Jahr 1878 übernahm Johann Strittmatter den Dirigentenstab, um ihn bis zum Jahre 1897 zu behalten. Unter seiner Stabsführung erfuhr das Musikleben   in Grafenhausen einen ungeahnten Aufschwung, der sich auch darin wiederspiegelte, dass der Verein im Jahre 1885 insgesamt 25 aktive Musiker in seinen Reihen zählte. Dies kann als beredtes Zeugnis dafür gewertet werden, wie aufgeschlossen die Grafenhausener der Volksmusik gegenüber standen. Umso unverständlicher mutet die Tatsache an, dass der Verein auf der Höhe seines Wirkens im dörflichen Musikleben sich im Jahre 1897 auflöste. Waren es innere Zwistigkeiten, waren es finanzielle Nöte, die dazu geführt haben? Keine Chronik berichtet darüber, denn damals dachte man noch nicht daran, das Vereinsgeschehen aufzuzeichnen. Es zeigt sich darin die selbstsichere Genügsamkeit des Dorfes, dessen Menschen schlicht und ohne großes Wesen durchs Leben gingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Aber schon wenige Jahre später fanden sich die alten Freunde der Musik und neu hinzu gewonnene zur Neugründung des Vereins wieder zusammen. Ihm traten folgende Mitglieder bei: Emil Jäger, Berthold Fritz, Otto Kienzler, Julius Nüssle, Karl Stritt, Johann Ebner, Heinrich Schäuble, Konrad Schlatter, Josef Walter, Reinhold Krämer, Heinrich Nüssle,  Friedrich Herr, Fidel Schneider, Friedrich Isele, Wilhelm Häfele, Oskar Jordan, Josef Morath und Arnold Trautwein, in der Mehrzahl Namen der alten bodenständigen Geschlechter, wie sie zum Bestand des Dorfes gehörten. Sie haben die Gemeinschaft des Dorfes und den Musikverein fast zu einer Einheit werden lassen, die immer zusammenstand und nun zusammengehört. Dies beweist die Tatsache, dass heute beinahe jedes Haus und jede Familie in Grafenhausen zumindest ein passives Mitglied des Musikvereins stellt.

Den Dirigentenstab führte damals Lehrer Obert, nach dessen Fortzug im Jahre 1906 Lehrer Haas und danach Oskar Jordan.

Sehr aufschlussreich ist ein Blick in die Satzungen, die sich der Verein bei seiner Neugründung im Jahre 1902 gegeben hat:

Zweck des Vereins ist, eine große Instrumentalmusik zu erhalten, um den Anforderungen des Ortes Genüge leisten zu können.

Nach § 1 der Satzungen hatte sich jedes Mitglied sein Instrument auf eigene Rechnung zu beschaffen und zu unterhalten.

Wöchentlich durften nicht weniger als 2 Stunden Probe gehalten werden (§ 2).

Der § 4 verbot den Musikern unter Geldstrafe das Rauchen im Probelokal sowohl während als auch vor und nach der Probe.

Besonders streng waren die Bestimmungen betreffend des Probenbesuchs: Mitglieder, die zu spät zur Probe erschienen, mussten eine Geldstrafe in die Vereinskasse entrichten.

Viermaliges unentschuldigtes Fernbleiben der Proben hatte den Ausschluss aus dem Verein zur Folge.

Am 01. Februar 1902 genehmigte der Bürgerausschuss diese Satzungen.

Im Jahre 1908 nahm Otto Kienzler in Neustadt an einem Dirigentenlehrgang teil und übernahm alsbald die musikalische Leitung des Vereins. Mit ihm stand ein Mann an der Spitze des Musikvereins, der durch seinen Eifer und seinen Idealismus, mit dem er sich für die Musik einsetzte, den anderen Musikern ein Vorbild war.

Unter seiner Leitung zählte der Verein im Jahre 1912 bereits 20 Mitglieder. Mit diesem verhältnismäßig starken Orchester beging der Verein 1913 sein 50-jähriges Stiftungsfest. Das Jubiläum wurde in großem und festlichem Rahmen unter Beteiligung vieler auswärts befreundeter Vereine gefeiert. Bei einem Wertungsspiel zeigte der Musikverein Grafenhausen, was in den letzten Jahren geleistet worden war, und fand für sein Spiel allgemein herzlichen Beifall und lobenswerte Anerkennung.

 

Die fruchtbare Entwicklung des Vereins wurde leider durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges unterbrochen. Alle im wehrfähigen Alter stehenden Mitglieder des Vereins mussten dem Ruf zu den Fahnen folgen, so dass das Vereinsleben vollkommen zum Erliegen kam. Drei wackere Musiker fanden ihre letzte Ruhe in fremder Erde.

Mit der dem Schwarzwälder eigenen Zähigkeit ging man nach Beendigung des Krieges bald wieder daran, den Verein neu aufzubauen. Wiederum war es Otto Kienzler, der die musikalische Leitung übernahm. Seiner Aktivität war es zu verdanken, dass schon zu Weihnachten 1918 der Musikverein mit einer musikalischen Weihnachtsfeier aufwarten konnte. Ein Jahr später zählte der Verein schon wieder 21 aktive Mitglieder.

Zu Anfang der 20er Jahre tat sich ein zweiter Musikverein auf, dessen musikalische Leitung in Händen von Dentist Karl Fechtig aus Birkendorf lag. Gottseidank war diesem Konkurrenzunternehmen nur ein kurzes Dasein beschieden. Schon 1923 löste sich der zweite Verein wieder auf. Die Mehrzahl seiner Anhänger fand den Weg zum alten Verein, der damit auf eine Mitgliederzahl von 25 anwachsen konnte.

 

 

Die Unsicherheit der politischen und wirtschaftlichen Lage im deutschen Vaterland in der Mitte der zwanziger Jahre spiegelt sich auch im Vereinsleben wieder. Eine große Anzahl aktiver Musiker kehrte in dieser Zeit dem Verein den Rücken. Wieder war es Otto Kienzler, der die Abtrünnigen zurückrief und zurückgewann für die Sache der Volksmusik.

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Hochzeit

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Im Jahr 1929 trat der Verein erstmalig in der neuangeschafften dunkelgrünen Uniform auf. In den Folgejahren beteiligen sich die Musiker an den Musikfesten in Gurtweil (1932), Bonndorf (1933) und Ühlingen (1934). Zahlreiche Musiker fanden damals den Weg zum Verein, der einen beachtlichen Mitgliederstand aufweisen konnte. Gemeinsame Ausflüge an den Bodensee und in die benachbarte Schweiz trugen dazu bei, das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb des Vereins zu stärken, was sich letzten Endes auch auf die Dorfgemeinschaft auswirkte. Kaum ein Fest kirchlichen oder weltlichen Charakters wurde begannen, bei dem der Musikverein nicht den musikalischen Rahmen bot.

Im Jahre 1939 verstummten die Instrumente wieder. Der zweite Weltkrieg, in welchem die meisten aktiven Musiker eingezogen waren, brachte jede Vereinstätigkeit zum Erliegen. Sechs gefallene Musiker, dazu zwei Vermisste, kehrten nicht mehr in die Heimat zurück, viele gerieten bei Kriegsende in Gefangenschaft, aus der sie teilweise erst spät entlassen wurden. Ein schwerer Verlust für den Verein war auch der Tod seines Dirigenten Otto Kienzler im Jahre 1942. Die wenigen Vereinskameraden, die nicht eingezogen waren, und drei Fronturlauber gaben ihrem langjährigen Dirigenten das letzte Geleit.

Werner Peper , Bürgermeister i. R., 1. Vorstand †

 

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Nach dem Zweiten Weltkrieg

Sämtliche Protokolle und die niedergeschriebene Geschichte des Vereins gingen am 01. April 1944, also während des 2. Weltkriegs (1939 – 1945) bei einem Fliegerangriff auf Grafenhausen verloren.

Mit dem unglückseligen Ausgang dieses Krieges und aufgrund der Besetzung Deutschlands durch die alliierten Truppen wurden am 1. Mai 1945 von der Militärregierung sämtliche Organisationen und Vereine aufgelöst. Eine Neugründung derselben war nur möglich durch Einhaltung der neu erlassenen Gesetze und Vorschriften der Militärregierung.  Da durch den Luftangriff viele Instrumente verloren gingen oder beschädigt wurden, war eine Neugründung – auch aufgrund der einsetzenden Not der Bevölkerung – im Augenblick nicht möglich.

Doch nach und nach kamen immer mehr ehemalige aktive Mitglieder aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause zurück und so entschloss man sich 1946 zu einer Neugründung. In Malermeister Ewald Jäger, dem früheren Klarinettisten, fand sich ein Mann, der mit viel Idealismus und mit Unterstützung anderer ehemaliger Mitglieder die Neugründung zielsicher ins Auge fasste und der Militärregierung einen Antrag zur Genehmigung vorlag. So konnte am 30. Juli 1946 eine erneute Gründungsversammlung einberufen werden.

Anwesende waren damals:

Selb Hermann, Tenz Jakob, Pfister Fritz, Jäger Ewald, Hiss Josef, Pfeifer Franz, Stritt Berthold, Nüßle Franz,

Jäger Franz, Isele Robert, Nägele Artur, Nüßle Willi

In geheimer Wahl wurden...

Pfister Fritz zum 1. Vorstand,

Jäger Ewald zum 2. Vorstand,

Jäger Franz zum Schriftführer,

Pfeifer Franz zum Kassierer

...gewählt. Zum Dirigenten wurde Jäger Ewald vorgeschlagen.

 

Nach mehrfachen freien Meinungsäußerungen und Abstimmungen wurde eine neue Satzung verabschiedet.

Das Protokoll der Gründungsversammlung musste ebenfalls wieder der Militärregierung vorgelegt werden und wurde von derselben auch angenommen und bestätigt.

Die darauffolgenden Monate vergingen ohne eigentliche Vereinsarbeit, mussten in dieser Zeit doch erst alle reparaturbedürftigen Instrumente von einem Spezialisten in Freiburg überholt werden. Mit Beendigung dieser Reparaturarbeiten begannen dann am 15. November die Proben, die bis Weihnachten zweimal wöchentlich abgehalten werden mussten, um das Programm (die neuen Musikstücke sowie ein Theaterstück) für die am 2. Weihnachtsfeiertag stattfindende Weihnachtsfeier einstudieren zu können.

 

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Das Musikprogramm und das Theater wurden am 02. Februar 1947 in Ühlingen und am 26. Februar nochmals in Grafenhausen wiederholt, um allen Einwohnern und Gönnern des Vereins die Möglichkeit des Mitfeierns zu bieten.

Gleich im Februar fand die erste Generalversammlung nach der Wiedergründung im Gasthaus „Zum Kranz“ statt. Pfister Fritz trat als 1. Vorstand zurück. Für ihn wurde als Ersatz Pfeifer Franz gewählt. Die übrigen Positionen der Vorstandschaft blieben unverändert. Neu in den Verein aufgenommen wurden Stritt Fintan und Malzner Ewald.

Während des Jahres 1947 wurden vom Verein keine Konzerte oder sonstige Veranstaltungen gegeben, daher diskutierte man in der Generalversammlung am 16. Januar 1948 erneut über das Auflösen oder den Fortbestand des Vereins. Nach eingehender Aussprache wurde aber mit großer Mehrheit der Fortbestand des Musikvereins beschlossen.

In den Folgejahren fanden wieder regelmäßig Musikproben und Auftritte statt, so wurde beispielsweise das Wecken am 1. Mai wieder aufgenommen (zum ersten Mal wieder während der Besatzungszeit und als Fortsetzung früherer Gepflogenheit), einige Konzerte während des Sommers abgehalten sowie die traditionelle Weihnachtsfeier am Stephanstag mit der Vorführung eines Theaterstücks durchgeführt. Die Weihnachtsfeier war für den Musikverein eine wichtige Einnahmequelle, da infolge der im Laufe des Sommers 1948 von den Besatzungsmächten durchgeführten Währungsreform der Verein seinen geldlichen Einlagen vollständig entledigt wurde.

Ab 1949 wurden auch die Fastnachtsveranstaltungen wieder aktiviert. Der Schmutzige Dunschdig mit Ausgrabung der Fastnacht und Hemdglunkerumzug sowie der Maskenball am Rosenmontag fanden großen Anklang bei der Bevölkerung. Nach und nach kamen immer mehr Veranstaltungen dazu, so auch wieder das Waldfest beim Tännlegarten mit Kinderbelustigung.

Nach über 10 Jahren  Pause durfte der Verein auch wieder bei der Erstkommunion mitwirken.

Durch verstärkte Werbung von passiven Mitgliedern gewann der Verein immer mehr an Ansehen, so dass man Ende 1949 bereits 51 Passivmitglieder zu verzeichnen hatte.

Bedingt durch den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in unserem  Ort konnte die Weihnachtsfeier, die eigentlich wieder für Ende Dezember 1950 fixiert war, erst am 6.1.1951 gefeiert werden. Die furchtbare Seuche brach gerade zu der Zeit aus, wo man intensiv mit den Proben für diese Veranstaltung beschäftigt war, und brachte sämtliche Aktivitäten zum Erliegen.

Erwähnenswert ist auch das erste Doppelkonzert der Musikvereine Grafenhausen und Rothaus im Hotel zur Krone am Nachmittag des Ostersonntags 1951. Der Erlös kam den Kirchenglocken zugute, die zu der Zeit in Neu-Ulm gegossen wurden. Glockenübergabe und Glockenweihe wurden ebenfalls unter Mitwirkung des Musikvereins abgehalten.

30jähriges Gründungsfest feierte am Pfingstmontag der Sportverein Grafenhausen, ebenfalls unter Beteiligung des Musikvereins.

Ein Highlight war am 10. Juni 1951 der Besuch des 1. Verbandsmusikfestes in Lenzkirch. Beim Preisspiel schnitt man mit der Note „gut“ ab. An diesem Tag trat der Verein zum ersten Mal in der neuen Uniform an.

Nach der Musikprobe am 13. März 1952 gab Dirigent Ewald Jäger seinen Entschluss bekannt, den Dirigentenstab abzulegen, da er beabsichtigte, in nächster Zeit von Grafenhausen nach Langenau bei Schopfheim zu übersiedeln. Dies war eine harte Zerreißprobe für den Musikverein. Man war sich innerhalb des Gesamtvorstandes jedoch einig, dass der Verein auf keinen Fall aufgelöst werden dürfe, obwohl zu dieser Zeit nur 13 aktive Musiker den Musikverein bildeten.

Vorübergehend hielt der Dirigent des MV Rothaus, Paul Köpfer, einige Musikproben ab, bevor am 20. April Karl Berthold, Rechnungssteller in Bonndorf, die Zustimmung gab, die musikalische Leitung der Kapelle zu übernehmen. Bereits am 24. April hielt er die erste Musikprobe mit den Musikern ab. So waren die Stunden der rückläufigen Bewegung endgültig abgeschlossen und der Verein konnte wieder positiv in die Zukunft blicken.

Das zweite Verbandsmusikfest, verbunden mit der 100-Jahr-Feier der Stadtmusik fand am 15. Juni 1952 in Neustadt statt.

In der Gemeinderatssitzung vom 29. Juli wurde dem Antrag des Musikverein auf Neuanschaffung notwendiger Instrumente stattgegeben und den Musikern ein statthafter Betrag zur Verfügung gestellt. Es dauerte allerdings noch bis zum 14. Oktober, bis die neuen Instrumente vom Instrumentenmachermeister Tress in Freiburg geliefert werden konnten.

War bis dahin das Rathaus Ort unserer Proben, so wechselten wir am 21. Oktober 1952 in  unser neues Probelokal, nämlich in das 3. Stockwerk des Schulhauses.

In der Generalversammlung am 17.01.1953 erhob Vorstand Franz Baumgärtner folgende Jungmusikanten in den Stand zum aktiven Musiker:

Kaiser Gerhard, Morath Otto, Pfeifer Hanspeter, Matt Alfred und Isele Franz. Durch Wiedereintritt von 3 ehemals aktiven Musikern kam man so zum Jahresende 1953 auf eine stattliche Anzahl von insgesamt 21 aktiven Musikern.

Franz Pfeifer wurde im Januar 1953 zum Dirigentenlehrgang nach Neustadt geschickt, welcher vom Volksmusikverband Hochschwarzwald veranstaltet und vom Verbandsdirigenten Herrn Musikdirektor Meybrunn geleitet wurde.

Große Ereignisse warfen ihre Schatten voraus: Man beschloss in der Vorstandsitzung am 24.10.53, dass man im Folgejahr (1954) das 90-jährige Bestehen des Musikvereins feiern wollte. Dieser Beschluss wurde dem Volksmusikverband unverzüglich unterbreitet, welcher die Festtage auf den 19./20. und 21. Juni 1954 festlegte.

Dank des Idealismus von Aktivmitglied Nüssle Willi konnte die Anzahl der Passivmitglieder in dieser Zeit von wiederum geschrumpften 39 auf 140 ansteigen. Dies war eine beachtliche Zahl.

Die erste Jahreshälfte 1954 war geprägt mit den Vorbereitungen für das 90-jährige Stiftungsfest. Inserate für die Festschrift mussten gesammelt werden; Herr Bürgermeister Gatti wurde zum Festpräsidenten bestimmt. 192 Einladungen wurden verschickt an verschiedene Musikvereine der Musikverbände Hochschwarzwald, Oberrhein, Baar und Kaiserstuhl.

Ein weiteres Verbandsmusikfest, dieses Mal in Löffingen, fand am 30.05. statt, wo man sich auch wieder einer Wertung unterzog. Viele harte Proben waren erforderlich, die jedoch zu einem tollen Ergebnis führten: „vorzüglich“ lautete das Urteil der Juroren.

Zum 90-jährigen Stiftungsfest konnte der Musikverein Gäste aus nah und fern begrüßen. Während am Samstagabend das große Festbankett abgehalten wurde, begann der Jubiläumssonntag, übrigens ein herrlicher Sommertag, mit der Tagwache, Danach fanden der Festgottesdienst und die Totenehrung vor dem Kriegerdenkmal statt. Nachmittags folgte der große Festumzug durch die Ortsstraßen, die umsäumt waren von einer großen Zuschauermenge. Das Festkonzert auf dem Festplatz wurde eingeleitet mit einem Gesamtchor aller teilnehmenden Kapellen unter Leitung des heimischen Dirigenten Bertold. Danach durfte jede Kapelle 2 Stücke zum Besten bringen. Abends vergnügten sich die Tanzlustigen auf der Festbühne, während die Musikvereine Rothaus und Grafenhausen abwechselnd aufspielten.

Der Montagnachmittag gehörte den Schulkindern, die sich bei verschiedenen lustigen Spielen vergnügten.

Es folgten weitere Jubiläen von Musikvereinen in der Umgebung, bei denen sich der MV Grafenhausen am Festzug und Festkonzert beteiligte, so beispielsweise am 12.06.55 in Gündelwangen (100-jähriges Stiftungsfest) und am  03.07.55 in Häusern (75-jähriges Jubiläum).

Am 18.3.56 fand eine erweiterte Vorstandsitzung statt. Hierbei wurden 6 weiteren Artikeln in Ergänzung zur Vereinsatzung zugestimmt. Diese wurden am 28.03. den aktiven Musikern verlesen und von denselben einstimmig gutgeheißen.

Mit der Übergabe des Dirigentenstabes an Franz Pfeifer stieg auch wieder die Anzahl der öffentlichen Auftritte im Jahresverlauf.

Im März 1957 stand wieder einmal ein Wertungsspiel auf dem Plan. Man fuhr nach Löffingen und belegte in der Kategorie Unterstufe ein sehr gutes-vorzügliches Ergebnis.

An der GV im Februar 1958 wurde bekanntgegeben, dass sich aus den Reihen des Musikvereins eine Tanzmusikabteilung aufgestellt und bereits mehrere Proben absolviert hatte. Diese hatte ihren ersten Auftritt beim Fastnachtstanz des Sportvereins in der Krone. Artur Pfeifer, Hans Lenz und Alfred Gruhn sowie Emil Selb spielten das erste Mal.

 

Kassenbuch '58 

 

Im Frühjahr 1959 fand die Hauptversammlung des Musikverbandes Hochschwarzwald in Grafenhausen statt. Dies war das erste Mal, dass der Verband in Grafenhausen tagte.  Außerdem standen die Jubiläumsfeste des MV Göschweiler und des Musikverein Ühlingen im Terminkalender.

Unser großer Gönner und Förderer, Bürgermeister Johann Gatti, wurde am 04.10.59 mit großer Mehrheit für weitere 12 Jahre wiedergewählt.

An der Spitze des Musikvereins fand ein Führungswechsel statt. Alois Ganzmann musste aus gesundheitlichen Gründen den 1. Vorsitz abgeben. Nach langem Hin und Her übernahm Heinrich Pfister diese Position.

Mit ihm als Vorstand bestritt man ein weiteres Wertungsspiel am 08.05.60, welches in Lenzkirch stattfand. Wieder waren die Leistungen der 23-Mann starken Kapelle vorzüglich bewertet worden.

Anlässlich der Ernennung unseres Heimatsohnes Diözesan-Jugendseelsorger Julius Schäuble zum Domkapitular war der 22.05.1960 für unsere Gemeinde ein Festtag. Unter Beteiligung des Musikvereins wurden der Gottesdienst und die anschließende weltliche Feier gestaltet.

Musikfeste des Musikvereins St. Märgen-Glashütte am 10.07., des Musikvereins Menzenschwand am 31.07.60 und am 04.09. beim MV Obermettingen waren wichtige Termine im restlichen Verlauf des Jahres 1960.

Ein erneuter Führungswechsel fand in der Generalversammlung 1961 statt. Der Posten des 1. und 2. Vorstandes standen schon wieder zur Disposition. Alois Ganzmann übernahm wieder den Vorsitz, Gerhard Kaiser wurde 2. Vorstand.

Die Bundesgartenschau in Stuttgart und der dort gastierende Moskauer Staatszirkus waren Ziel unseres Ausfluges, der am 14.05.61 stattfand.

Mit der Generalversammlung am 10.02.62 kam die Wende bzw. Kontinuität auf den Musikverein zu. Da der erste Vorsitzende Ganzmann erneut aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz abgab, wurde mit Oberinspektor Werner Peper ein Mann gewählt, dem man endlich für mehrere Jahre das Vertrauen schenkte.

Am 22.07.62 feierte Fritz Heer, Sohn der Gemeinde, seine Primiz. Dies war ein Festtag für die ganze Gemeinde. Zusammen mit dem Kirchenchor und der Orgel, gespielt von Arthur Seidler, begleiteten die Bläser des Musikvereins die Feierlichkeiten in der neu renovierten Kirche. Auch der weltliche Teil der Feier wurde vom Musikverein Grafenhausen und dem Musikverein Rothaus gestaltet.

Werner Peper, unser 1. Vorstand, wurde am 01.05.63 vom Regierungsoberinspektor zum Regierungsamtmann befördert und vom LRA Waldshut zum LRA Säckingen versetzt.

Das  Jahr 1963 stand im Zeichen unseres 100-jährigen Jubiläums. Die Festtage wurden auf den Zeitraum vom 27. - 30.07. festgelegt. Viele Sitzungen und Besprechungen waren notwendig, um ein umfangreiches Programm auf die Beine zu stellen. Für den Samstagabend war ein Festbankett geplant, am Sonntag sollte frühmorgens das Wecken stattfinden, sich ein Gottesdienst und die Totenehrung anschließen, dann in ein Frühschoppenkonzert übergehen. Nachmittags gab es einen großen Festumzug mit Festkonzert und anschließendem Tanzabend. Für Montag waren das Kinderfest und ein Heimatabend mit Feuerwerk angesagt. Am Dienstagabend war ein großes Konzert geplant, durchgeführt von einer Militärkapelle.

Das Ganze sollte im Festzelt stattfinden, da im Dorf kein größerer Saal vorhanden war.

 

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Der Ausflug der aktiven Musiker ins Kleine Walsertal am 27./28.09.63 und auch eine Ausfahrt der Jungmusikanten in den Basler Zoo am 03.11.63 rundeten das Jubiläumsjahr ab. Die Jungmusiker waren in der Zwischenzeit auf eine beachtliche Zahl von 25 Jungens angewachsen, immer noch unter Leitung von Rühle Willi. Neue Instrumente mussten deshalb angeschafft und alte repariert werden.

An der GV Anfang 1964 gab es für alle Mitglieder (auch Ehrenmitglieder) zur Erinnerung und zum Dank für die gut verlaufenen Festlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum einen hübschen Weinrömer, der mit einer Lyra, dem Hinweis auf das Jubiläum und dem Namen jedes Besitzers geschmückt war. Die Gläser wurden natürlich sofort ausprobiert, schmeckte doch der vom Lindenwirt offerierte Wein köstlich darin.

Gleichfalls fanden in dieser GV Neuwahlen statt Nach 12 Jahren im Amt kündigte Tenz Jakob seinen Posten auf und fand in Tröndle Wolfgang einen Nachfolger. Ebenfalls gab der seit 9 Jahren tätige Kassierer Willi Nüßle seinen Posten an Ewald Malzner weiter.

Der Heimatsohn und Domkapitular Julius Schäuble beging am 12.04.64 sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Der Musikverein wirkte während der Feierlichkeiten in der Kirche wie auch bei der anschließenden weltlichen Feier mit.

Auch der Gesangsverein feierte sein 100-jähriges Jubiläum vom 18.-20.07.64. Hier war man gleich mehrfach mit von der Partie.

Ein Ausflug ins Brandnertal rundete das Jahr ab.

Zu einem Dirigentenlehrgang nach Waldau entsandte man die beiden fleißigen und begabten Musikanten Franz Stritt (Klarinette) und Bernhard Seidler (Flöte).

Am 13.12.64 konnte der Musikverein bei der Einweihung des neuen Kindergartens und Jugendheims der Gemeinde mitwirken.

Um den Probenbesuch zu steigern, wurde in der Vorstandsitzung am 07.02.65 zum ersten Mal angedacht, dass jedem Musiker für jede Probe, an der er teilnimmt, 0,50 DM aus der Vereinskasse gutgeschrieben und ihm vor dem nächsten Ausflug ausbezahlt werden. Fehlt ein Musiker unentschuldigt, so muss er an die Reisekasse 0,50 DM entrichten. Fehlt ein Musiker entschuldigt, erhält er nichts, muss aber auch nichts bezahlen. Diese Regelung wurde an der Generalversammlung am 19.02.65 publiziert und von allen Musikern begeistert aufgegriffen.

Der Musikverein war in dieser Zeit wiederum sehr rührig, sei es bei der Gestaltung kirchlicher Anlässe, bei der Betreuung der Kurgäste oder sonstigen musikalischen Ereignissen. Neben der Teilnahme am Kritikspiel in Neustadt standen auch die Musikfeste in Ühlingen und Riedern sowie die Gartenfeste und verschiedene Waldfeste auf dem Plan.

Anlässlich des 80. Geburtstages unseres Ehrenmitglieds und Altbürgermeister Berthold Fritz spielte der Musikverein bei der Feier in der Krone auf. Dem Jubilar wurde aufgrund der Verdienste um die Gemeinde das Ehrenbürgerrecht verliehen.

Als absoluter Höhepunkt kann ohne Übertreibung das Wunschkonzert am 12.12.65 bezeichnet werden. Das Programm umfasste 32 Musiktitel, welche „verkauft“ wurden. Zu den meistgewählten Stücken zählten der Marsch „Alte Kameraden“ und das Stück „Wien bleibt Wien“.....

Wunschkonzert '65

 

Franz Stritt und Bernhard Seidler besuchten vom 13. bis 18.12.65 den 2. Dirigentenlehrgang in Waldau, den beide mit gutem Erfolg beendeten.

Bereits an der Generalversammlung vom 05.03.66 wurde an Franz Stritt, dem Nachwuchsdirigent, ein kleines Präsent überreicht, da er sich ganz uneigennützig zu diesem Amt zur Verfügung gestellt hatte.

Auf eine eindrucksvolle Reise begab sich der Musikverein vom 12. - 20.05.66, als die alte Reichshauptstadt Berlin anvisiert wurde.

Neben den verschiedenen Terminen, die diesen Sommer meist verregnet wurden, konnten die Aktiven des Musikvereins am 15.11.65 dem neuen Pfarrer, Herrn Johannes Schey ein Ständchen bringen. Gleichzeitig wurde Pfarrer Artur Walleser in den Ruhestand verabschiedet.

Ende November schloss sich erneut ein Dirigentenlehrgang in Waldau an. Teilnehmer aus unseren Reihen waren Bernhard Seidler (Flöte) und Josef Stritt (Trompete).

Viele vorausgegangene Proben waren notwendig für das zweite Wunschkonzert, welches der Musikverein am 11.12.66 veranstaltete. Der Reinerlös von 700 Mark wurde der Aktion „Sorgenkind“ des Zweiten Deutschen Fernsehens gestiftet. Insgesamt 24 Musiktitel wurden zu Gehör gebracht. Eindeutiger Favorit waren dieses Mal das „Jägerlieder-Potpourri “ von Lotterer, gefolgt von der Paraphrase „O Schwarzwald, o Heimat“ von Hartwig.

Die Fahrt zur Bundesgartenschau nach Karlsruhe wurde mit einem Vereinsausflug verbunden. Am 10.06.67 hatte man die Gelegenheit, die Grafenhausener Musikanten auf der Terrasse des Schlosses musizieren zu hören. Natürlich war es im Anschluss an das Konzert möglich, die Gartenschau in allen Facetten zu genießen.

Fleißige Hände hatten in den Schlüchtsee hinein eine große Tanzbühne errichtet, die von bunten Lichterketten und Papierfähnchen eingerahmt war. Auf der Wiese waren zahlreiche Bänke und Tische aufgestellt, ein Duft von gebratenen Würstchen ging in der Luft, ein Wetter, das zum Trinken aufforderte. Nach, wenn das nicht eine traumhafte Kulisse für ein Seenachtsfest bot. Die Gelegenheit wurde von zahlreichen Besuchern genutzt, die sich 2 Tage lang gut amüsierten und dem Musikverein in seiner Rolle als Veranstalter mehr als nur ein Lob zollten.

Unter dem Motto „Sie wünschen – wir spielen“ wurde auf das nächste Wunschkonzert hingearbeitet und dieses am 12.11.67 durchgeführt. Der Marsch „Alte Kameraden“ war auch in diesem Jahr wieder der Renner.

Bernhard Seidler und Franz Stritt besuchten Anfang Dezember wieder den Dirigentenlehrgang in Waldau.

In diesem Jahr zum ersten Mal spielten die Musikanten nicht mehr in der Christmette, sondern am 24.12. nachmittags an verschiedenen Stellen im Ort. Diese schöne Tradition sollte sich bis heute fortsetzen, wenn heute auch nur noch vor der Kirche aufgespielt wird.

Die Einstellung des Probengeldes wurde anlässlich der Generalversammlung vom 18.03.68 beschlossen. Stattdessen wollte man dafür den 6 besten Probenbesuchern ein kleines Geschenk machen.

Im Rahmen der Versammlung gab es beim Posten des Schriftführers eine Änderung: Für Wolfgang Tröndle übernahm Alois Ganzmann dieses Amt.

Das Seenachtsfest und das 40-jährige Jubiläum des Musikvereins Rothaus waren die nächsten Termine im Sommer 1968.

Unser ältestes aktives Mitglied, gleichzeitig Ehrenmitglied, Alois Marder verstarb im August an einer heimtückischen Krankheit. Der Musikverein verabschiedete sich am Grab mit dem Lied vom guten Kameraden und legte einen Kranz nieder.

„Wir spielen gern, was Ihr Euch wünscht, damit der Kirchturm wird neu getüncht!“ Unter diesem Motto startete der Musikverein das Wunschkonzert. Der gesamte Reinerlös sollte zur Mitfinanzierung der Außenrenovierung der Kirchen dienen. Erfreulicherweise kamen 1.420 Mark zusammen, die der Vorsitzende am Schluss der Veranstaltung an Pfarrer Schey übergeben konnte.

Das Musikfest in Wellendingen am 01.06.1969 zum 100-jährigen Bestehen, Kurkonzerte, Gartenfeste, das Waldfest des Sportvereins, kirchliche Anlässe wie die Priesterjubiläen der Heimatsöhne Adolf Stiegeler (45 Jahre) und Julius Schäuble (30 Jahre) und natürlich das Seenachtsfest bildeten das Termingerüst im Kalender 1969. Auch beim 100-jährigen Bestehen der Feuerwehr Grafenhausen im August war man an allen drei Tagen aktiv dabei.

Der aktuelle Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Georg Kiesinger, kam am 17.08.69 auf seiner Wahlkampfreise auch in Grafenhausen vorbei und hielt auf dem Rathausplatz eine Wahlrede zur Bundestagswahl. Selbstverständlich durfte auch hier das musikalische Ständchen nicht fehlen.

In der Krone fand am 11.11. die Gründung der Grafenhausener Narrenzunft, der Galgenvögel, statt. Die Tanzmusikabteilung war hier gefragt.

Ehrenmitglied Berthold Fritz (Altbürgermeister) verstarb am 05.12.69 im Alter von 84 Jahren.

Am 12.02.70 verstarb das Ehrenmitglied Hermann Selb.

Die Wahl des Vereinsvorsitzenden Werner Peper zum Bürgermeister der Gemeinde im Herbst 1970 war für die Musik Anlass, das neue Gemeindeoberhaupt mit einem Ständchen zu ehren.

Mit der Verleihung der Pro-Musica-Plakette des Bundespräsidenten fand die hundertjährige Vereinstätigkeit ihre Würdigung.

1973 erfolgte die erste Aufnahme von weiblichen Mitgliedern in die Kapelle. Im selben Jahr legte Franz Pfeifer nach siebzehnjähriger Dirigententätigkeit aus gesundheitlichen Gründen die Leitung der Kapelle in die Hände von Bernhard Seidler, der sich in etlichen Dirigentenlehrgängen das erforderliche Wissen und Können angeeignet hatte. Franz Pfeifer wurde zum Ehrendirigenten ernannt.

Die in den Jahren 1972 und 1974 erfolgte Eingemeindung von Mettenberg und Staufen brachte dem Musikverein neue Verpflichtungen. Das galt auch für die 1973 geschlossene Partnerschaft mit der Gemeinde Combrit-St. Marine in der Bretagne, wo die Trachtenkapelle die Feierstunde umrahmte und einige Male konzertierte. Die Reise an den Atlantik war für alle Teilnehmer ein Erlebnis.

Einen Wechsel im Vorstand gab es im folgenden Jahr. Wegen seiner Inanspruchnahme als Bürgermeister gab Werner Peper den Vorsitz, den er zwölf Jahre lang innehatte, an Lehrer Edmund Riegelsberger ab.

Ein beachtenswertes Datum in der Vereinsgeschichte ist der 16. November 1974, an dem sich 43 Buben und Mädchen zur Ausbildung als Jungmusiker meldeten, die von Bernhard und Robert Seidler ihre Grundausbildung erhielten.

In der Erringung eines 1. Ranges in der Mittelstufe beim Wertungsspiel im Mai 1975 zeigte sich der Aufwärtstrend in der Trachtenkapelle.

Mit der Erstellung der Schwarzwaldhalle, der ein Hallenbad angegliedert ist, erhielt der Musikverein mit den übrigen örtlichen Vereinen einen Raum, der Forum und Kulisse für anspruchsvollere Konzerte und gesellige Veranstaltungen bot.

Der Verabschiedung von Pfarrer Johannes Schey und der Begrüßung des neuen Ortsgeistlichen Alfred Maier gab der Musikverein den gewohnt festlichen Rahmen.

Das erste gemeinsame Auftreten von Trachtenkapelle und Jugendmusik am 27. Juni 1976 beim Kurkonzert auf dem Rathausplatz, an dem 79 Musikanten beteiligt waren, bot ein beeindruckendes Bild.

Das Jahr 1977 brachte den Eintrag des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht Waldshut.

Erschütternd stand man am Grabe von Erich Tröndle, der als Klarinettist einer der aktivsten Musiker war.

Eine Großveranstaltung mit starker Beteiligung der Musik war das Narrentreffen im Jahr 1978 aus Anlass des 10-jährigen Bestehens der Grafenhausener Narrenzunft.

Die Wahl von Erich Kiefer zum Bürgermeister war für die Trachtenkapelle Anlass, den Neugewählten mit einem Ständchen zu ehren. Über die engeren Heimatgrenzen hinweg war die Trachtenkapelle in der Sendung des Südwestfunks „Treffpunkt Grafenhausen“ zu hören.

Stark engagiert war der Musikverein bei der 900-Jahrfeier der Gemeinde im Juli 1979. Im historischen Festumzug mit 50 Gruppen waren die Musiker mit zwei Kapellen vertreten.

In der Generalversammlung vom 19. Januar 1980 wurde Franz Boll mit der Vereinsleitung beauftragt. Sein Engagement für die Sache der Musik fand in der späteren Berufung als Vize-Präsident des Blasmusikverbandes Hochschwarzwald die verdiente Anerkennung.

Eine wichtige Aufgabe sah die Vereinsleitung in der Heranbildung junger Musiker. So begann im April 1980 ein Lehrgang für 22 Zöglinge, die schon im Herbst 1982 in die Jugendkapelle übernommen werden konnten. Die Jugendkapelle wiederum war das Reservoir, aus dem die Trachtenkapelle immer wieder ihre Reihen auffüllen konnte. Beim Wertungsspiel 1981 in Neustadt errang die Jugendkapelle einen 2. Rang. Noch im gleichen Jahr besuchte die Jugendkapelle die Städtische Jugendmusikschule in Dortmund, um dort mit dem Akkordeonorchester zu musizieren, welches uns im Jahr darauf am Dorffest einen Besuch abstattete.

Ob beim Empfang von rund 800 Wanderfreunden, die aus der „Schwaben-Metropole“ nach Grafenhausen gekommen waren, oder beim Besuch des Bundespräsidenten Karl Carstens, immer waren die Grafenhausener Musikanten dabei, und mit ihren Kurkonzerten auf dem Rathausplatz oder mit geselligen Veranstaltungen in der Schwarzwaldhalle erfreuten sie die im Ort weilenden Gäste und die Einheimischen.

Das 120-jährige Bestehen des Vereins wurde in Verbindung mit den örtlichen Vereinen und 17 Gastkapellen in der Zeit vom 08. bis 11. Juli 1983 im größeren Rahmen gefeiert. Hier zeigten sich die weiblichen Mitglieder der Kapelle erstmalig in Original Schwarzwälder Tracht, von denen fünf gestiftet waren; ein Zeichen der Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Musik.

Im September weilte man für zwei Tage in Varnhalt, um mit der befreundeten Kapelle „Varnhalter Winzerbuben“ das 50-jährige Bestehen zu feiern.

Als Ehre empfand der Musikverein die Einladung zur Teilnahme am Kantonalen Musiktag in Schaffhausen im Mai 1984, und ein Glanzlicht brachte das Wertungsspiel in Bonndorf für die Trachtenkapelle, die in der Oberstufe einen 1. Rang mit Belobigung erspielte. Auch der Jugendkapelle war beim Wertungsspiel in Eisenbach im Jahre 1985 ein 1. Rang beschieden. Viele junge Musiker unterzogen sich mit Erfolg der Prüfung für das Leistungsabzeichen in Bronze und Silber, und das Goldene Jugend-Leistungsabzeichen gab es für Georg Seidler, der inzwischen an der Bundesakademie in Trossingen die 2-jährige berufsbegleitende Ausbildung zum staatl. anerkannten Blasmusikdirigenten abgeschlossen hat.

Als man im Herbst 1985 das Ehrenmitglied Jakob Tenz anlässlich seiner Goldenen Hochzeit und des 80. Geburtstages ehrte, ahnte man noch nicht, dass man ihm knapp drei Jahre später die letzte Ehre erweisen musste.

Das Jahr 1986 sah die Grafenhausener Musiker als Teilnehmer beim Bundesmusikfest in Freiburg, und die Teilnahme am Kreistrachtenfest, das die Schwarzwald-Volkstanzgruppe Grafenhausen ausrichtete, boten einmal mehr Gelegenheit, sich zu präsentieren, ebenso die Pfingst- und Jahresabschlusskonzerte vor einem stets zahlreichen Auditorium in der Schwarzwaldhalle, die von Jahr zu Jahr eine Leistungssteigerung erkennen ließen, wie von Seiten des Verbands immer wieder bestätigt wurde.

Auch 1987 wurde der Jugendkapelle beim Jugendwettbewerb in der Schwarzwaldhalle ein ehrenvoller 1. Rang zuerkannt. Ihr Können befähigte sie, unter den Leitungen von Georg und Robert Seidler bei den Veranstaltungen mit einem eigenen Programm aufzuwarten, unter anderem beim internationalen Jugendkapellen-Treffen in Karlsruhe, wo sie mit über 2.000 anderen Jungmusikern am Gesamtchor mitwirkte

Summen, die sechsstellige Dimensionen erreichen, wurden im Laufe der Jahre aufgewendet für Instrumentenbeschaffung und Einkleidung von Musikern. Trotz dieser finanziellen Aufwendungen engagierte man sich auch für wohltätige Zwecke mit dem Erlös aus Konzerten, etwa zugunsten der Kirchenrenovierung oder zur Unterstützung der Missionstätigkeit des Heimatsohnes Pater Baschnagel in Tansania.

Ausflüge und vereinsinterne gesellige Veranstaltungen waren der Dank und die Belohnung für unzählige Stunden, die für Proben und Auftritte aufgewendet und von den Musikern gern entgegen genommen wurden.

Mit 53 Mitgliedern der Trachtenkapelle, 40 Jungmusikern, 7 Ehrenmitgliedern und 191 Passiven beging der Verein das 125-jährige Jubiläum. Er tat dies in der Gewissheit, dem kulturellen Leben in der Gemeinde gedient und seinen Mitmenschen mit seiner Musik Freude und Erbauung gebracht zu haben. Dass dies auch weiterhin so bleiben möge, war der Wunsch des Chronisten.

„Kultur wäre im ländlichen Raum ohne die Vereinsarbeit überhaupt nicht vorstellbar!“ Dieses Zitat von Regierungspräsident Dr. Norbert Nothhelfer könnte gut als Slogan für das 125-jährige Vereinsjubiläum herhalten, welches unter der Schirmherrschaft des späteren Vorstandes der Badischen Staatsbrauerei vom 08. – 11. Juli 1988 mit einem großen Musikfest gefeiert wurde und unzählige Besucher weit über die Grenzen von Grafenhausen hinaus herbeilockte.

Erfreut über die musikalischen Geburtstagsgrüße zeigte sich unser Ehrenmitglied Werner Peper anlässlich seines 75. Geburtstages am 08. September 1988 wie auch tags darauf der Ehrenbürger unserer Gemeinde, Prälat Julius Schäuble, der am 09. September 1988 ebenfalls seinen 75. Geburtstag feiern konnte; zwei große Männer, die ihre Verbundenheit zur Gemeinde Grafenhausen immer wieder deutlich unter Beweis stellten.

Die große Politik einmal hautnah in Bonn erleben konnten die Aktiven des Musikvereins während ihres 4-tägigen Besuches in der damaligen Bundeshauptstadt im Mai 1989. Gleichzeitig umrahmte man mit volkstümlicher Blasmusik das 65-jährige Jubiläum des Tambourcorps „Germania“ in Bonn-Muellekoven.

Inzwischen war die musikalische und theoretische Ausbildung des Musikernachwuchses beträchtlich vorangeschritten. Insgesamt 23 Jungmusiker aus den Reihen des Musikvereins konnten beim Pfingstkonzert im Mai 1989 mit dem Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze (15 Aktive) und in Silber (8 Aktive) ausgezeichnet werden.

„Heiratsfieber“ war im Kreis der aktiven Musiker ausgebrochen. Im Herbst 1989 fanden allein fünf Trauungen statt, wobei sich sogar ein Musiker-Brautpaar das Jawort gab.

Erneut ein Jungmusiker-Abzeichen, dieses Mal sogar in Gold, ging an den Bassisten der Jugendkapelle, Hartwig Frank, im April 1990. Durch diese hohe Auszeichnung stellte er sein großes Maß an musikalischem Können unter Beweis.

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Ein wichtiges Datum für die Handel- und Gewerbetreibenden in Grafenhausen war das Wochenende um den 05. und 06. Mai 1990; anlässlich der 1. Leistungs- und Gewerbeausstellung im Bereich der Schwarzwaldhalle präsentierten sich die heimischen Betriebe der Öffentlichkeit, die weit über die Grenzen unseres Ortes hinaus herbei strömte. Bei diesem großen Publikum wusste der Musikverein sich ebenfalls in Szene zu setzen.

Der Ausflug der Trachtenkapelle nach Straßburg, die Einweihung des Clubhausanbaus beim Sportverein und der Ausflug der Jugendkapelle nach Ingelheim, um der Krönung der Rotweinkönigin musikalisch beizuwohnen, waren nur wenige Stationen im Jahresverlauf 1990.

Die unerfreulichen Vorkommnisse, verbunden mit dem Ausbruch des Golfkrieges, ließen im Februar 1991 sämtliche Fastnachtsveranstaltungen ausfallen, was sich natürlich auch in finanzieller Hinsicht auswirkte; so musste in diesem Jahr der Gürtel „etwas enger geschnallt“ werden.

Beim Wertungsspiel am 05. Mai 1991 in Hinterzarten traten sowohl die Jugend-, als auch die Trachtenkapelle zum Vergleich an. Die Jugendkapelle erreichte einen 2. Rang, ein stolzes Ergebnis für eine erst seit Weihnachten 1990 in dieser Formation spielende Kapelle. Die Trachtenkapelle schnitt ebenfalls mit einem 2. Rang ab.

Eine neue Veranstaltung wurde ins Leben gerufen: Das 1. Grafuser Volksfest im September 1991 rund um die Schwarzwaldhalle bot den Besuchern ein Nonstop-Musikprogramm, das nicht nur Blasmusikfreunde begeisterte.

Ein unerfreulicher Anlass war für den Musikverein am 24.10.1991 die Beerdigung des Kameraden Willi Rühle, der überraschend verstorben war. Er war während seiner aktiven Zeit als Musiker maßgeblich daran beteiligt, dass der Musikernachwuchs ausgebildet wurde und bereits 1964 eine Jugendkapelle unter seiner Leitung entstehen konnte.

101 aktive Musiker zählte zu dieser Zeit der Musikverein Grafenhausen, der mit seinen 130 Jahren jünger denn je wirkte. Dem agilen Verein fiel es nie schwer, immer wieder junge Leute für die Vereinsarbeit zu motivieren. So ist es auch nicht verwunderlich, dass wiederum 11 Jungmusiker mit dem Abzeichen in Bronze ausgezeichnet werden konnten. Maßgeblich daran beteiligt war auch der Dirigent Bernhard Seidler, der im Februar 1993 sein 20-jähriges Dirigentenjubiläum feierte.

Die langjährigen Musikkameraden Artur Pfeifer und Heinrich Pfister, die sich um den Musikverein verdient gemacht haben, wurden beide im März 1993 zur letzten Ruhestätte begleitet.

Ein großer Tag für die Jugendkapelle war der 21. Mai 1994: In Breisach beteiligte man sich beim 6. Internationalen Jugendkapellen-Treffen. Insgesamt 2.300 junge Musiker aus dreizehn verschiedenen Ländern waren zu diesem Anlass angereist.

Aufgrund der Erkrankung unseres Dirigenten Bernhard Seidler im April 1994 gab dieser nach 21 Jahren den Taktstock an seinen jüngeren Bruder Georg ab; Michael Seidler leitete künftig die Jugendkapelle mit Unterstützung von Robert Seidler, der zu dieser Zeit inzwischen ebenfalls 20 Jahre für die Jugendarbeit aktiv war.

Kirchliche und weltliche Anlässe, wie das alljährliche Dorffest, das Erntedankfest der Evangelischen Kirchengemeinde, das Katholische Pfarrfest und die Feier zum 20-jährigen Bestehen der Jumelage zwischen Combrit und Grafenhausen bildeten nur einen kleinen Auszug aus dem Jahresprogramm 1994. Beim Jahreskonzert im Dezember 1994 stellten sich die neuen Dirigenten erstmals der Öffentlichkeit vor.

Ein neues Ehrenmitglied wurde anlässlich der Generalversammlung 1995 ernannt: Gerhard Kaiser scheidete nach 45 Jahren Aktivität aus gesundheitlichen Gründen aus und wurde fortan als Ehrenmitglied geführt.

Beim ersten Jugendkapellen-Treffen im Juni 1996, das der Verein in Grafenhausen durchführte, gab der Musikernachwuchs den Ton an. Nach dem Auftritt der eigenen Jungmusiker präsentierten sich auch die Jugendkapellen aus Bernau und Löffingen.

Das Jahr 1996 schloss mit dem 1. Weihnachtsmarkt Anfang Dezember; besinnlich klangen die weihnachtlichen Melodien.

900 Jahres Fides-Verehrung feierte die Pfarrgemeinde Grafenhausen im Jubiläumsjahr 1997. Als Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen führte der Musikverein ein Kirchenkonzert durch.

Nach wie vor sah der Musikverein eine wichtige Aufgabe in der Heranbildung junger Musiker. So begann im März 1998 wiederum ein Lehrgang für Klarinetten und Flöte.

Auch bei der Verabschiedung unseres langjährigen Präses in den Ruhestand im Mai 1998 gaben wir unserem Pfarrer Alfred Maier einen musikalischen Gruß mit auf den Weg in seine alte Heimat Meßkirch.

Einheitsjacken für die Damenwelt im Verein waren eine überaus gute Entscheidung, deren Fertigstellung im darauffolgenden Jahr erfolgte. So glänzten unsere Frauen bereits beim Sommernachtsfest in Schleitheim im Juli 1999 mit einer schicken Jacke, passend zur Schwarzwald-Tracht. Beim musikalischen Wettbewerb, den es neben zwei weiteren Kapellen zu bestreiten gab, glänzte man mit einem souveränen Show-Programm und belegte als Publikumsliebling den ersten Platz.

Bereits in der 20. Auflage wurde das inzwischen traditionelle Dorffest gefeiert. Auch der Musikverein sorgte sich unter großem Einsatz um das Wohl der Gäste, die inzwischen von Nah und Fern zum Dorffest strömten.

Erschütternd stand man am Grabe unseres Ehrenmitglieds Werner Peper, der am 09. Dezember 1999 86jährig verstarb. In der Position als langjähriger Vorstand profitierte nicht nur der Musikverein von der Schaffenskraft dieses Mannes, denn als ehemaliger Bürgermeister und Vorstand anderer Vereine zahlte sich sein Wirken für ganz Grafenhausen aus.

Das inzwischen 25. Jahreskonzert am 28.12.1999 beschloss die musikalischen Aktivitäten des  abgelaufenen Vereinsjahres.

Im Mai 2000 feierte man das 25-jährige Bestehen unserer eigenständig spielenden Jugendkapelle mit einem 3-tägigen Fest in der Schwarzwaldhalle. Alle ehemals in dieser Kapelle musizierenden Aktiven waren eingeladen. Das abwechslungsreiche Programm lockte Alt und Jung in die Schwarzwaldhalle.

Anlässlich der 700 Jahr-Feier des Ortsteils Mettenberg im Juli 2000 war es für uns eine Ehre, beim ökumenischen Gottesdienst und anschließenden Frühschoppen im großen Festzelt mitzuwirken.

Dank guter Organisation fuhr ein Bus mit Musikern und weiteren Interessierten am 29. September 2000 für fünf Tage nach Berlin, um die Stadt mit all ihren Besonderheiten kennenzulernen; der Besuch des Deutschen Bundestages und Stationen von Berlin Ost und West gehörten natürlich zum Pflichtprogramm.

Ein eigenes Narrentreffen im Dorf bescherte uns die Zunft der Galgenvögel im Februar 2001 anlässlich ihres 33-jährigen Jubiläums. Eine Ehrung besonderen Ausmaßes erfuhr dabei unsere Musikkapelle, da sie als Zunftmusik seit den Anfangstagen der Zunft für gute Stimmung und Unterhaltung sorgte.

Weitere Stationen wie das „Mairiesle-Fest“ und die Feierlichkeiten zum 80-jährigen Bestehen des Sportvereins bereicherten den Jahresablauf.

Vorbereitende Maßnahmen zur Gründung einer Bläserjugend mit eigener Satzung und eigenem Vorstandsgremium, bestehend aus...

Vorstand:             Gatti Tamara

Schriftführer:        Bücklers Antonie

Kassierer:              Seidler Bettina

waren notwendig geworden, damit die Jugendarbeit komplett vom Musikverein abgespalten werden konnte. Aus steuerlichen und finanztechnischen Gründen, auch im Hinblick auf die Bezuschussung, war diese Maßnahme notwendig geworden und so konnte die Gründung am 14. Januar 2003 vollzogen und gemäß Eintrag ins Vereinsregister rechtskräftig werden.

Mit dem Kirchenkonzert im Mai 2002 erfüllte der Musikverein wiederum einen Auftritt für einen wohltätigen Zweck: Der Erlös wurde unserem heimischen Missionar, Pater Baschnagel, für seine Arbeit in Tansania gespendet. Der Scheck konnte beim goldenen Priesterjubiläum am 07. Juli 2002 überreicht werden.

Als „Treffpunkt von Natur und Kunst“, verbunden mit einem Künstler-Symposium, wurde im Juli 2003 der neue Kurpark eingeweiht. Der Musikverein leistete ebenfalls einen Beitrag. Mit einem Handwerkerhock, verbunden mit einer Blues-Nacht, sowie einem „Fröhlichen Sonntag“ wurden zwei Veranstaltungen gestemmt, die den Rahmen des Dorfplatzes beinahe zum Sprengen drohten aufgrund der hohen Besucherzahlen.

Aufgrund der Zusage seitens der Gemeinde Grafenhausen, den bisherigen Probenraum im Grundschulgebäude weiterhin nutzen zu dürfen, entschloss man sich, mit ersten Umbaumaßnahmen zu beginnen. Als erstes erfolgte noch im Jahr 2003 die Installation einer neuen, blendfreien Beleuchtung. Weitere Aktionen zur Verschönerung folgten in 2004.

Anlässlich der Generalversammlung am 23. Januar 2004 wurde eine Satzungsänderung bezüglich des Wahlmodus verabschiedet. Es war vorgesehen, die Wahlen künftig im rollierenden System durchzuführen. In Jahren mit gerader Jahreszahl sollten künftig der erste Vorstand und der Schriftführer gewählt werden; in Jahren mit ungerader Jahreszahl der stellvertretende Vorstand und der Kassierer. Dadurch sollte verhindert werden, dass mehrere Amtsinhaber gleichzeitig ihre Ämter niederlegen.

Im Rahmen dieser Generalversammlung übergaben die langjährigen Vorstandsmitglieder Franz Boll (1. Vorstand) und Petra Drobig (Schriftführerin) ihre Ämter in jüngere Hände.

Zu einer 4-tägigen Reise nach Dörnthal (Partnergemeinde) im Erzgebirge brach ein Bus voll Musikanten am 20. Mai 2004 auf, um die Feierlichkeiten zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages musikalisch zu umrahmen. Man genoss den Männertag ebenso wie den Schwarzwälder Abend und erfreute sich an kulinarischen Leckerbissen wie Speckfett- und Quarkbemmel. Ein Abstecher nach Dresden gehörte selbstverständlich auch zum Programm.

Eine überaus gelungene Premiere erlebten wir mit unserem „Summer of Love“, eine Oldies- und Schlagerparade, welche Alt und Jung in den Kurpark lockte.

Ende Oktober 2005 konnte die neu erbaute Einsegnungshalle auf dem Friedhof ihrer Bestimmung übergeben werden.

Zum Bierfest in Combrit planten wir wieder einen Aufenthalt vom 25. – 28. August 2006 in unserer französischen Partnergemeinde ein.

Zu Fernseh-Ehren kamen wir am 25. Februar 2007 beim „Schiibeschla“ im Rahmen des Fastnachtsfeuers bei der „Brandhalde“.

Eindrucksvolle Blasmusik boten wir gemeinsam mit dem Musikverein Ühlingen beim Doppelkonzert in der Schwarzwaldhalle, welches für den 17. März 2007 terminiert war.

Ein absolutes Highlight in unserer langjährigen Vereinsgeschichte kann die Teilnahme am Trachten- und Schützenumzug beim Oktoberfest 2007 in München bezeichnet werden. Dieses Spektakel wurde in einen 2-tägigen Ausflug verpackt. Die Besichtigung des Klosters St. Ottilien war am ersten Tag unser Ziel, München und das Oktoberfest zogen uns am zweiten Tag in den Bann.

Mit der Feuerwehrkapelle Wellendingen bestritten wir am Ostersonntag 2008 ein Doppelkonzert in der Stadthalle Bonndorf.

Von Erfolg gekrönt bewies sich die weise Entscheidung der Vorstandschaft, statt der üblichen Tanzveranstaltungen einen Abend für die „Freunde der Blasmusik“ zu wagen. „Vlado Kumpan und seine Musikanten“ eroberten in Nu das Herz der ausverkauften Halle und präsentierten am 19. April 2008 einen musikalischen Leckerbissen nach dem anderen. Unvorstellbar hohe und tiefe Töne, Solis am laufenden Band und eine unglaubliche Fingerfertigkeit bewies die 13-köpfige Band. Alles in allem ein absoluter Volltreffer!

Schon das 35-jährige Jubiläum der Jumelage konnte am 26. Oktober 2008 in der Schwarzwaldhalle mit rund 100 französischen Freunden gefeiert werden.

„Blasmusik der Spitzenklasse im Rothauser Land“ präsentierte der Musikverein am 18. April 2009 mit der Formation „Alpenblech“. Die sieben Vollblutmusikanten, die sonst mit Frack und Fliege bekleidet auf wichtigen Podien der klassischen Musik verkehren, haben aber auch ein Herz für die Blasmusik. So konnte der Abend auch in seiner zweiten Auflage wieder als musikalisches Glanzlicht verbucht werden.

Unsere Freunde in Varnhalt feierten ihr 100-jähriges Jubiläum. Ein Grund mehr für uns, dort wieder einmal vorbeizuschauen. So fuhr man mit dem Bus am 23. Mai 2009 ins Rebland, um die Feierlichkeiten gebührend mitzugestalten. Und auch beim großen Jubiläumsumzug war man mit von der Partie.

So viele Besucher wie lange nicht mehr verzeichneten wir beim diesjährigen „Summer of Love“ am 14. August 2009. Die gelungene Veranstaltung im Kurpark bot den Gästen eine besondere Atmosphäre bei angenehmem Sommerwetter.

Der Preismaskenball, traditionelle Veranstaltung des Musikvereins, welche seit Anbeginn auf Rosenmontag terminiert war, fand am 13. Februar 2010 zum ersten Mal am Samstagabend statt; auch mit einer Änderung im Programmablauf. Zu Beginn des Abends stieg eine Warm-Up-Party für die Wagenbauer, die nahtlos in den eigentlichen Preismaskenball überging. Die Wagenbauer versuchten sich in verschiedenen Geschicklichkeitsspielen.

Die erfolgreiche Reihe großer Blasmusikabende wurde fortgesetzt mit „Uwe Sauter & den Böhmerländern“ am 17. April 2010.

Zur Dorfplatzeinweihung fuhren wir am 07. August 2010 nach Heddesheim.

Im Rahmen der Konzertreihe „So klingt’s bei uns“ musizierten wir beim Heimatmuseum Hüsli am 22. August 2010 bei herrlichem Sonnenschein.

Das Pumpwerk in Bulgenbach wurde im Herbst eingeweiht, selbstverständlich unter den Klängen des Musikvereins.

Eine Ära ging zu Ende: Am 22. Oktober 2010 wurde Bürgermeister Erich Kiefer – seit 1978 im Amt – offiziell verabschiedet. Dem neuen Bürgermeister Christian Behringer hatten wir bereits anlässlich der Bürgermeisterwahl am 26. September mit einem Ständchen gratuliert.

Waltraud Baschnagel erlebte das zahlreiche Publikum als Gastsängerin beim traditionellen Jahreskonzert am 28. Dezember 2010 in der Schwarzwaldhalle. Das Konzert, welches unter dem Motto „Frau. Macht. Musik“ stand, bot ein abwechslungsreiches und sehr unterhaltendes Programm.

Unserem großen Gönner und Unterstützer Fritz Baschnagel sollten wir am 22. März zum letzten Geleit spielen – wahrlich eine traurige Angelegenheit.

Eine vollbesetzte Halle bescherten uns am 09. April 2011 „Wilfried Rösch und seine Böhmischen Freunde“.

Nach rund 13-jähriger Amtszeit als engagierter Seelsorger und Präses der Pfarrgemeinde St. Fides wurde im April Pfarrer Josef Haag offiziell in den Ruhestand verabschiedet.

Runde Geburtstage unserer Kameraden Thomas Tröndle und Dietmar Jäger sorgten für Abwechslung im Kalender der Aktiven neben den regulären Terminen wir 1. Mai, Erstkommunion, Firmung, Dorffest usw.

In Kappel-Grafenhausen waren wir zu Gast bei deren 900-Jahr-Feier im Juni 2011. Dort angekommen, waren wir überaus begeistert von der Aufmachung des Festes. Allerlei Historisches konnte in den Schuppen und Garagen besichtigt werden. Gerne nahmen wir am großen historischen Festumzug teil und feierten mit den Namenskollegen (den Grafenhausenern) kräftig mit.

Eine der schwersten Stunden hatten wir am 07. November 2011 zu erfüllen, mussten wir doch für unseren Benni zum letzten Geleit aufspielen. Unser langjähriger Musikkamerad und Ehrendirigent Bernhard Seidler war Anfang November nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 62 Jahren verstorben – was für ein Schock für seine Familie und für uns alle!

Doch die Vorbereitungen für das Jahreskonzert erlaubten uns keine Verschnaufpause. Erste Überlegungen, das Konzert abzusagen, wurden wieder verworfen und so spielten wir – auch für Benni – unser Jahreskonzert Ende Dezember unter dem Motto „Titanic – das Schiff uns seine Geschichte“.

Bereits das 44-jährige Jubiläum konnte Ende Januar 2012 unsere Narrenzunft der Galgenvögel feiern. Als Narrenmusik beteiligten wir uns musikalisch beim Narrenbaumstellen, am Zunftmeisterempfang und natürlich beim großen Umzug.

Die Stadtmusik Bonndorf, welche im Jahr 2012 ihr 200-jähriges Jubiläum feierte, führte im Jahresverlauf diverse Jubiläumsveranstaltungen durch. So begann der Februar mit dem 1. Narrenmusiktreffen - eine gelungene Sache, bei der auch unsere „Narrenmusik“ großen Anklang fand.

Das Ehrenmitglied Franz Stritt und seine Frau Lore luden am 26. Mai 2012 zur Goldenen Hochzeit ein.

Zur Einstimmung auf unser bevorstehendes Jubiläum führten wir am letzten Wochenende im Juni einen 2-tägigen Workshop mit  Franz Tröster, dem 1. Flügelhornisten von Ernst Hutter und den Original Egerländer Musikanten durch. So manche Atemübung auf der Festtischgarnitur trieb uns bei sommerlichen Temperaturen die Schweißperlen ins Gesicht, doch zum Ende gaben wir den Egerländer Sound zum Besten und hatten viel Spaß mit dem „Franz“.

Schon das 25. Dorffest in Varnhalt war angesagt für Anfang September. Dies war wieder eine tolle Gelegenheit, unsere Freundschaft zu vertiefen.

Endlich mal wieder eine Hochzeit in den Reihen des Musikvereins gab es am 29. September 2012. Unser Bassklarinettist Benjamin Seidler führte seine Saskia vor den Traualtar, natürlich mit Beteiligung der Trachtenkapelle, die sich schon beim Polterabend 14 Tage zuvor von den Spezialitäten des Brautvaters überzeugen konnte.

Neben den regelmäßigen Terminen im Jahresverlauf war besonders die Vorstandschaft äußerst aktiv, um das für 2013 geplante 150-jährige Jubiläum unseres Vereins auf den Weg zu bringen. Festausschuss-Sitzungen wechselten sich mit Besprechungen und Vorstandssitzungen ab. Einzelne Ressorts wurden gebildet und mit Verantwortlichen gefüllt. Schließlich will so ein großes Fest gut organisiert und vorbereitet sein.

Und so wird der Musikverein Grafenhausen vom 24. – 27. Mai 2013 sein 150-jähriges Jubiläum mit einem großen Zeltfest begehen - dies mit aktuell 79 Mitgliedern der Trachtenkapelle, 43 Jungmusikern, 7 Zöglingen, 5 Ehrenmitgliedern und 113 Passivmitgliedern. Ein Verein mit einem stolzen Alter und einer langen, bewegten Geschichte zeigt sich so attraktiv und jung wie selten zuvor....

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MVG 2012

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Petra Drobig, Chronik und Festschrift zum Jubiläum 2013

Stand: März 2013